SPD-Fraktion fordert Süd-Umgehung

Allgemein

Die SPD-Fraktion im Gemeinderat hat in einer Stellungnamhem zum neuen Bundesverkehrswegeplan dafür plädiert, eine Ortsumgehung der Bundesstraße 22 im vordringlichen Badarf zu belassen und gleichzeitig eine Südumfahrung gemeinsam mit der Ortsumgehung von Mistelbach zu prüfen.

Lesen Sie im Folgenden unsere Stellungnahme an das Bundesverkehrsministerium;

Der Gemeinderat Eckersdorf hat in seiner Sitzung vom 19. April 2016 intensiv über eine Ortsumgehung von Eckersdorf im Zuge der Bundesstraße 22 diskutiert.

In der Stellungnahme der Gemeinde zum BVWP hat die  Bürgermeisterin jedoch ausschließlich die von einer knappen Mehrheit getragenen Argumente gegen eine Ortsumgehung dargelegt.

Die sechsköpfige SPD-Fraktion hat - unterstützt von drei Räten der Freien Wähler - dafür plädiert,

  • die Ortsumgehung im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes zu belassen und
  • die Möglichkeit einer Südumgehung von Eckersdorf in Verbindung  mit der geplanten Ortsumgehung der Nachbargemeinde Mistelbach im Zuge der Staatsstraße 2163 zu prüfen.

Vorteile einer Umgehung im Allgemeinen:

  • Sie führt zu einer deutlichen Verringerung des innerörtlichen Verkehrsaufkommens
  • Sie führt damit zu einer signifikanten Erhöhung der Verkehrssicherheit
  • Sie senkt Lärm und Abgase innerorts
  • Sie senkt die Trennungswirkung der fast zwei Kilometer langen Ortsdurchfahrt
  • Sie steigert die Lebensqualität der Anwohner
  • Sie erhöht den Wert der direkt an der Ortsdurchfahrt liegenden Immobilien
  • Sie bietet Umgestaltungspotentiale insbesondere mit Blick auf das seit mehreren Monaten leer stehende Hotel Fantaisie, im dem im Jahre 1872 der Komponist Richard Wagner wohnte
  • Sie erleichtert die Sanierung und Vermarktung leerstehender Hauser
  • Sie bietet bessere Parkmöglichkeiten für die Geschäfte entlang der dann abgestuften Hauptstraße (die Attraktivität von Handel und Dienstleistern hängt u. E. nicht ab von der Höhe des Verkehrsaufkommens, sondern vornehmlich vom Angebot und vom Preisniveau !)
  • Sie vermindert auch den immensen Ausflugsdurchgangsverkehr an schönen Wochenenden

Spezielle Vorteile einer Südumgehung von Eckersdorf:

Die Bündelung der Umgehungen von Eckersdorf und Mistelbach bietet mehrfache Synergieeffekte:

  • Die Gesamtkosten für beide Umgehungen sind deutlich niedriger als bei einer getrennten Realisierung
  • Der Landschaftsverbrauch ist insgesamt deutlich geringer (Neubau bis Umgehung Mistelbach nur gut zwei statt mehr als fünf Kilometer)
  • Es ist im Bereich Arzloch nur ein Eingriff in besonders sensible Landschaftsbereiche erforderlich – der Eingriff im Bereich Teufelsgraben entfällt
  • Sie bündelt die Verkehrsaufkommen von der Staatsstraße aus Richtung Obernsees und der B 22 aus Richtung Hollfeld
  • Sie bietet eine direkte, kürzere Verbindung von der Kreisstraße aus Richtung Heinersreuth zur Staatsstraße 2163 Richtung Hummeltal/Fränkische Schweiz und entlastet damit auch die Gemeinde Mistelgau
  • Insgesamt ergeben sich aus unserer Sicht deutlichere Fahrzeitverkürzungen als bei der bislang geplanten Ortsumgehung, die von der Einmündung nach Oberwaiz abzweigt und am Lainbach in die bestehende Bundesstraße 22 Richtung Bayreuth münden würde

Chancen für die mittel- und langfristige Entwicklung unserer Gemeinde durch eine Anschlussstelle Eckersdorf-Süd:

  • Direkte Anbindung der geplanten Mehrzweckhalle südlich der Schule
  • Ausweisung neuer Gewerbegebiete im Süden der Gemeinde
  • Ausweisung neuer Wohngebiete im Süden der Gemeinde
  • Direkte Anbindung des Wohngebiets  Blauen Hügels reduziert den Verkehr in der Eckehartstraße
  • Landwirtschaftliche Fahrzeuge müssen nicht mehr durch den engen Ortskern im Zuge der Eckehartstraße

Fazit: Eine Bündelung der beiden Ortsumgehungen führt zu einer deutlichen Steigerung der Nutzen-Kosten-Relation und bietet neue – bislang nicht diskutierte – langfristige Entwicklungspotentiale für unsere Gemeinde. Eine Südumgehung von Eckersdorf bedeutet damit eine maßgebliche Weichenstellung für künftige Generationen.